Frei sein, vom sich quälen und ein Besuch im Pfälzerwald!

Donnerstag: (01.04.2021)

Welch ein toller Frühlingstag im größten zusammenhängenden Waldgebiet Deutschlands und ich habe ihn nur mit MTB fahren verbracht. Besser kann das Leben kaum sein!
Auf diesen Urlaub, den ersten in diesem Jahr, freue ich mich schon seit Wochen. Der Frühling scheint sich so langsam endgültig durchzusetzen und durch die Umstellung der Uhr, ist es abends schon richtig lange hell.
Perfekte Voraussetzungen, um dem Pfälzerwald einen Besuch abzustatten und mir den dringend benötigten Tapetenwechsel zu gönnen. Auch wenn die Eifel meine große Liebe darstellt, musste es mit dem Pfälzer Wald mal ein anderes Mittelgebirge sein.
Gefühlt gibt es hier noch wesentlich mehr Täler, noch mehr Waldwege und Trails, wie in der Eifel. Vor allem gibt es hier fast keine Landwirtschaft, wodurch es kaum Äcker und Wiesen gibt. Dadurch fährt man nur durch den Wald, welcher höchstens durch eine Straße oder eine kleine Ortschaft unterbrochen wird. Es ist wirklich beeindruckend und macht mit der Zeit richtig demütig, stundenlang nur durch Nadel- und Laubwälder zu fahren. Auch Höhenmetertechnisch kann man hier voll auf seine Kosten kommen, geht es fast nur bergauf und bergab, flach fahren sucht man hier vergebens. Man könnte sagen, ich habe mich ein bisschen verliebt!
Dass es hier keinen Bikepackingevent gibt, ist mir ein Rätsel. Hier gibt es dermaßen viele ausgeschilderte Fahrad- und Wanderwege, Hütten zum Übernachten und spektakuläre Natur, da einen Track zu erstellen, wäre ein Kinderspiel.
Was so ein bisschen fehlt sind die Highlights und Sehenswürdigkeiten, die gibt es natürlich auch, allerdings ist da die Dichte in der Eifel wesentlich größer. Es ist hier ein bisschen wie im Taunus, es fehlt vor allem an Wasser, in Form von Seen und Talsperren. Wohingegen Burgen und Türme in reichlicher Anzahl vorhanden sind.>
Für meine fünf Tage Pfälzerwald habe ich mir den Trippstadter Ortsteil Johaneskreuz ausgesucht, welcher so ein bisschen den Mittelpunkt des Pfälzerwaldes darstellt. Vor allem kreuzen sich hier etliche Moutainbikestrecken und dadurch bietet sich dieser Ort hervorragend als Startpunkt an. Auch der Pfälzer Waldpfad läuft durch diese Ortschaft und ist für mich persönlich einer der schönsten Bikepackingstrecken, welche ich bis heute gefahren bin.
Vor allem kann ich hier dem ganzen Ostertrubel entgehen, mit diesem Eierfärbequatsch und diesem Weihnachten-Light-Feeling. Wo anstatt Kugeln, Eier aufgehangen werden, und beides habe ich noch nie so wirklich verstanden.

Vor allem mal fünf Tage nichts über Corona und irgendwelche Maßnahmen hören, durch die ich sowieso schon lange nicht mehr durchblicke. Wer darf aufmachen und wer nicht, wo darf ich hinfahren und wo nicht. Wer wird geimpft und wann, vor allem womit. Ich persönlich habe da den Überblick verloren.
Leider ist dieses ganze Thema völlig ernst und es hängen tausende Menschenleben davon ab, ansonsten wäre das, was die Politik da ständig abliefert und seinem Volk präsentiert, wohl die beste Comdy- oder Reality Show, welche im Fernsehen läuft. “Unfähigkeit ist alternativlos!”
Ich habe das Gefühl, das wird jeden Tag abstruser und realitätsfremder was da vorgestellt und beschlossen wird oder am nächsten Tag wieder aufgehoben und zurückgenommen. Es ist egal, in welche Richtung es geht, die haben immer mindesten drei Spezialisten und Fachleuten, welche die jeweilige Strategie für die Beste halten und welche unbedingt umgesetzt werden muss.

Beim durchzappen durch die Fernsehkanäle, ist fast kein Unterschied mehr zwischen den Shoppingsendern und den Nachrichtenkanälen festzustellen. Bei beiden bekomme ich die Tasche voll gemacht und ich frage mich immer, wer bestellt den ganzen Schrott bestellt oder wer diese ganzen Meldungen und Versprechungen glaubt? Total verrückt und wie ich oben schon mal erwähnt habe, ich habe da völlig den Überblick verloren.
Deshalb gab es für mich nur eine Option, den Bus vollpacken, sodass ich bis Montag völlig autark irgendwo im Wald stehen kann und möglichst wenig sehen und hören. Einfach mal fünf Tage frei sein, abschalten und nur bei mir sein. Den ganzen Tag auf dem Fahrrad verbringen, dabei mich und meinen Körper spüren, die Gedankenregale mal wieder ein bisschen aufräumen und sortieren.
Hoffe ihr verbringt auch so ein paar ruhige und entspannte Tage wie ich, denn das ist wahrer Luxus!

PS: Vielen Dank für die ganzen Reaktionen, Likes und Kommentare auf meine Nominierung für den fahrrad.de Blogaward. Das hat mich sehr gerührt und bewegt!

Freitag: (02.04.2021)

Wie gemeldet, waren die Temperaturen heute Morgen doch ganz schön in Keller gegangen. Mein Frühstück auf der großen Sonnenterrasse vor meinem Bus einzunehmen, fiel dadurch aus und ich frühstückte in meinem Bett.
Deshalb gab es heute zum Start meiner MTB Tour mal wieder Winterklamotten, vor allem meine neuen dicken Handschuhe kamen zum Einsatz, da die Finger bei mir die Achillesferse darstellen. Gegen Mittag kam endlich die Sonne heraus und im Sonnenschein war es dann angenehm warm, wodurch ich mich ein paar meiner Fahrradklamotten entledigen konnte. Allerdings so schön warm wie gestern war es heute nicht, ich hoffe den Frühling habe ich gestern nicht zu früh gelobt?
Meine heutige Tour führte mich nach Hochspayer, wo ich eigentlich gehofft hatte, eine offene Tankstelle zu finden, dem war aber nicht so. In puncto Verpflegung ist der Pfälzerwald ähnlich wie Eifel, meilenweit für eine Bäckerei, um dem Hungertod zu entkommen.
Zum Glück hatte ich genug eingepackt, denn es war absolut nichts zu finden. Der einzige offene Kiosk befand sich in Johanneskreuz neben dem großen Parkplatz. Allerdings hat dieser Preise wie an der Côte d’Azur und da bin ich einmal darauf hereingefallen. Vor diesem Laden kann ich nur warnen!
Die Tour führte heute wieder nur durch Waldgebiete, es wurde nichts anderes geboten, wobei das ja auch völlig reicht. Ich bin immer noch beeindruckt von diesem riesigen Waldgebiet, den vielen Wegen und der Anzahl an Tälern. Heute war der Trailanteil sogar noch höher als gestern und auch über reichlich Höhenmeter konnte ich mich nicht beklagen. Das Grinsen in meinem Gesicht ließ heute den ganzen Tag nicht nach!

Heute konnte ich auch ein wenig besser abschalten, bei mir sein und in meinen Flow beim Fahren kommen. Am gestrigen Tag hatte ich damit noch so meine Probleme, da waren noch viel zu viele Gedanken in meinem Kopf und ich noch zu sehr in meinem Hamsterrad der vergangen Wochen gefangen.
Über die Nummer mit dem Abstand und mal den Blickwinkel ändern, habe ich ja schon oft genug geschrieben, trotzdem bleibt es unheimlich wichtig für mich, dies regelmäßig zu tun.
Obwohl ich mich schon seit Wochen auf diesen Urlaub freue und ihn förmlich herbeigesehnt habe, hatte ich zu Anfang meines Urlaubs erst mal wieder ein ganz schönes Loch zu überbrücken. Wobei das eigentlich immer passiert, wenn ich Urlaub habe.
Wenn von einem Tag auf den anderen mal die ganze Arbeit, die Termine, diese ganzen Verpflichtungen und tausend Dinge an die man so in seinem Alltag denken muss wegfallen, fällt auch bei mir erst mal alles zusammen. Der Druck entweicht und es wie bei einem Reifen, der ist erst einmal platt.

Wobei dies auch ein Zeichen dafür ist, das ich vorher nicht genug auf mich aufgepasst und nach meinen Bedürfnissen geschaut habe. Wobei dies im Alltag lange nicht so einfach umzusetzen ist, wie es in irgendwelchen Ratgebern oder Therapiesitzungen empfohlen wird. Da liegt zwischen Wunsch und Wirklichkeit meisten doch eine gewisse Disharmonie, welche einfach im Faktor Zeit begründet ist.
Gerade die letzte Zeit gab es viele Stunden des Zweifelns und Infragestellen mit zum Teil wirklich dunklen Gedanken. Das hat auch nichts mit Hinterfragen oder Reflektieren zu tun, sondern ist einfach nur destruktiv und depressiv. Es führt vor allem nirgendwo hin, sondern es besteht die Gefahr vieles kaputtzumachen, was ich aufgebaut habe. Ich hasse diese Abende und Stunden, denn so bin ich eigentlich überhaupt nicht, im Gegenteil. Viel lieber bin ich ein kreativer Mensch, der etwas bewegt und wo was nach vorne geht.
Allerdings gehören auch diese dunklen Anteile zu mir, wo Licht ist, gibt es auch Schatten, das galt es auch mal zu akzeptieren. Auch diese Gefühle haben ihre Berechtigung und sie zu ignorieren oder sie einfach plattzubügeln, wie ich es früher gemacht habe, wäre grob fahrlässig. Deshalb versuche ich sie anzunehmen, so gut es geht. Sie einfach stehen zu lassen, bis sie wieder weggehen. Sowie Wolken, welche den Himmel verdunkeln, ich lasse sie einfach weiterziehen, ohne ihn allzu viel Raum zu geben. Ich ziehe mich ein bisschen zurück und warte auf schöneres Wetter. Wenn es gar nicht anderes geht, muss ich Regenklamotten anziehen oder einen Schirm mitnehmen, um einigermaßen zu funktionieren und die verschiedenen Rollen auf die Reihe zu bekommen.

Gerade die ganzen “Rollen”, welche man im Leben so zum Besten geben muss, sind oft sehr anstrengend und nicht immer einfach unter einen Hut zu bekommen, zumindest für mich. Da gibt es die Rolle des Vaters, des Sohns, des Freundes und Arbeitskollegen. Jede Rolle hatte andere Ansprüche, Herausforderungen und Regeln. Manchmal gehen sie auch fließend ineinander über oder verändern sich mit der Zeit.
Dies ist völlig normal und bei jedem hapert es mal an der ein oder anderen Stelle, es gibt “Rollen” die fallen schwerer und welche, die spielen sich wie von selber.
Solange ich authentisch bin und bei mir bleibe ist auch alles so weit in Ordnung. Bloß wenn das Bild oder besser gesagt die Wahrnehmung der eigenen Persönlichkeit anfängt zu schwanken, gestaltet sich das mit der Authentizität schwierig.
Deshalb sind Auszeiten das A und O für mich, um mich zu stabilisieren und wieder zu grounden. Vor allem um aus dem Gefühl der Überforderung herauszukommen und diesem Denken, es ist alles falsch, was ich mache.
Dabei tut mir Rückzug nur begrenzt gut, weil dadurch schnell jeglicher Kontakt abhandenkommt. Vor allem der Persönliche, welcher nicht immer einfach für mich ist, mir aber oft sehr guttut und auch unheimlich wichtig ist!

Das mit dem Kontakt verlieren ist diesen Winter leider mit ein paar Personen geschehen, vor allem bei Zweien tut es mir echt leid und auch weh. Gerade eine Person davon bedeutet mir echt viel, ehrlich gesagt zu viel und das ist das Komplizierte. Manchmal kann ich ein richtiger Trottel sein und hier war ich es mal wieder! Habe wunderbar dabei zugeschaut wie meine üblichen Muster und Bewältigungsstrategien abgelaufen sind, als hätte ich gar nichts gelernt die letzten Jahre. Dieses scheiß Murmeltier, welches so oft grüßt!
Mal schauen, was ich aus dieser Sache mache oder mitnehme, weil kitten wird wohl nicht gehen und selbst wenn, es wird kein anderes Ergebnis herauskommen. Allerdings hätte ich einen besseren Lösungsweg wählen können!

Samstag: (03.04.2021)

Heute ging es mit Ziel Rotalben auf meine dritte Tour durch den Pfälzerwald. Dieser Ort war mir schon bestens vertraut, führt doch der Pfälzerwaldpfad ebenfalls dort hindurch. Wobei hindurch ist nicht so ganz korrekt, er verläuft oberhalb von Rotalben über einen tollen Pfad, welcher sich zwischen den riesigen Felsen hindurchschlängelt. So schön der Pfad auch ist und ein Mountainbike technisches Highlight, Kaffee und Kuchen habe ich zu meinem Leidwesen dadurch wieder nicht bekommen.
Generell folgte der heutige Track viel dem Wegenetz des Plälzerwaldpfades, wobei ich heute wieder auf einem Track des MTB Parks Pfälzerwald gefolgt bin. Dieses Streckennetz umfasst 20 MTB Strecken mit einer Länge von über 900 Kilometern, die zudem auch noch sehr gut ausgeschildert sind. Zu diesem Wegenetz kommen noch etliche Routen, welche durch den Pfälzerwald verlaufen, wie der Pfälzerwaldpfad, der Pfälzer Höhenweg und der Pfälzer Weinsteig. Gestern ist mir eine neue Beschilderung im Wald aufgefallen, der Pfälzer Hüttensteig, welchen ich, zurück am Bus, sofort gegoogelt habe. Bei diesem Weg handelt es sich um einen Rundkurs von 90 km Länge und 2200 Höhenmetern. Damit wäre das eine super Tagestour und ist sofort auf meiner Pfälzerwaldliste gelandet. So wie es aussieht, werde ich dem Pfälzerwald wohl noch ein paar Besuche abstatten müssen, bevor ich die Liste abgefahren habe.

Dies ist aber nicht weiter schlimm, ist diese Gegend einfach traumhaft und fast vor meiner Haustür. Im Gegensatz zur Eifel oder gar den Ardennen ist es hier nicht so schroff und wild. Hier kommt mir alles weicher und runder vor. Auch die Wege sind meistens sehr erdig und sandig und nicht so steinig wie in der Eifel. Alles ist eine Spur sanfter und flowiger.
Wobei auf der heutigen Tour auch mal ein paar technisch etwas anspruchsvollere Trails vertreten waren. Gabe es doch einige Wurzelteppiche und Felspassagen zu meistern. Da aber alles völlig trocken war und ich noch dazu mit dem Traktor unterwegs war, stellte dies keine allzu große Herausforderung dar. Vorganges Jahr, wo die Wege nass waren und ich mit dem bepackten Gravelbike unterwegs war, sah die Sache schon anders aus.
Allerdings war es heute Morgen recht frisch, nachdem ich gestartet war und es blies ein eisiger Wind, sodass ich Mühe hatte warm zu werden und auf Temperatur zu kommen. Auch meine Beine musste ich erst mal ganz langsam eingrooven, die Höhenmeter der letzten Tage waren doch zu spüren. Aber pünktlich gegen Mittag kam wieder die Sonne raus und es wurde ein bisschen wärmer aber der Wind blieb immer noch eisig. Wenigstens kurbelten meine Beine wieder ganz anständig und ich konnte ein paar schöne Trainingskilometer meinem Konto hinzufügen. Wobei wenn ich bedenke, dass ich sonst das doppelte fahre und auch noch mit Gepäck, werde ich noch ein Trainingskilometer abspulen müssen.

Dabei habe ich für dieses Jahr noch gar kein wirkliches Ziel oder einen Event an dem ich teilnehmen möchte. Dies ist natürlich viel Corona geschuldet, weil keiner sagen kann, was im Sommer möglich ist und überhaupt stattfinden wird.
Ich habe mir da so ein Alternativprojekt für mich überlegt, einmal rund um Deutschland zu fahren. Dies würde ich gerne als Spendenaktion durchführen, weil ich gerne Geld für eine bestimmte Organisation sammeln möchte. Außerdem kann ich dies ziemlich unabhängig von Corona veranstalten und durchführen. Den Track habe ich schon erstellt und auch ein Zeitfenster hätte ich dafür zur Verfügung. Aber so richtig durchringen kann ich mich noch nicht zu dieser Aktion, obwohl ich schon lange mal etwas von über 2000 km fahren möchte und dies auf dem Rennrad.
Allerdings hapert es irgendwie an meiner Motivation oder besser gesagt an dem Willen mich zu quälen. Mit dieser Aussage habe ich in der letzten Woche schon meinen Therapeuten völlig überrascht. Nachdem ich dies gesagt hatte, hat er sich direkt mal aufrecht in seinem Sessel hingesetzt, seinen Kugelschreiber gezückt, ein paar Dinge auf seinem Blog notiert und etwas irritiert geschaut. “Wie, sie wollen sich nicht mehr quälen Herr Loosen?” fragte er mich etwas ungläubig und verdutzt, “wie kommt das denn?”
Ich weiß noch, wie ich vor ein paar Jahren zu ihm kam, um mich krankschreiben zu lassen, weil ich psychisch und physisch völlig fertig war und absolut nicht mehr konnte. Zu dieser Zeit wartete ich mal wieder auf einen Klinikplatz, allerdings zur Arbeit habe ich mich immer noch gequält und meinem Alltag durchgezogen. Damals sagte er zur mir: „Herr Loosen, ich dachte sie kommen nie, um sich krankschreiben zu lassen und machen immer weiter!”
Vieles habe ich früher immer mit der Brechstange durchgezogen oder dadurch, dass ich mich durchgequält habe.

Aber seine Frage, warum ich das jetzt nicht mehr möchte, konnte ich ihm nicht wirklich beantworten, obwohl ich selber schon länger darüber nachdenke. Früher wollte ich das oft ganz bewusst, mich quälen, so als eine Art Selbstverletzung und Bestrafung, weil etwas anders hatte ich sowieso nicht verdient.
Wobei Fahrradfahren jetzt keine Qual für mich ist oder etwas Erzwungenes, um nochmal auf mein geplantes Projekt zurückzukommen. Allerdings für so eine Fahrt rund um Deutschland muss ich schon richtig viel trainieren und vor allem viel Zeit investieren. Und spätestens ab dem vierten Tag ist auch anständig quälen angesagt, um das Pensum zu treten und ich weiß nicht, ob ich dazu bereit bin?
Bloß wo liegt jetzt mein Problem? Eigentlich wäre die Antwort ganz einfach, ich lasse es sein! Bloß so einfach ist die Sache jetzt doch nicht, weil ich selbst noch nicht genau weiß, was der Grund für mein Zögern und wanken ist. Was lässt mich zweifeln oder an welcher Stelle fehlt mir Vertrauen?
Will ich achtsam mit mir umgehen, meinen Körper nicht mehr schinden, ihn nicht mehr an seine Grenzen treiben und darüber hinaus? Will ich einfach gut mit mir umgehen, nicht mehr diesem Leistungsding und dem schneller, höher & weiter hinter rennen? Bin ich vielleicht mal schlauer geworden und habe eingesehen, dass es mich nicht weiter bringen wird, wenn ich mich quäle und irgendetwas möglichst perfekt machen will. Brauche ich dieses Aufmerksamkeits-, Beachtungs- und Bestätigungsding nicht mehr, die eine solche Fahrt mit sich bringen würde. Denn darum geht es auch immer viel bei solchen Aktionen, auch wenn andere etwas anderes behaupten. Aber will und brauche ich das überhaupt noch, vor allem weil dieses Gefühl doch nicht von langer Dauer sein wird.

Auch nicht die Angst vor dem Scheitern oder zu versagen ist es, die mich abhält rund um Deutschland zu fahren. Mir so etwas einzugestehen, habe ich nicht wirklich ein Problem mit, das habe ich gelernt.
Vermutlich geht es noch nicht einmal um das Event oder die Herausforderung an sich, das ist nur der Aufhänger, der Schauplatz oder das Symptom für etwas anderes, was mich beschäftigt oder wirklich dahinter steckt. Aber auch dieses ist noch nicht so ganz greifbar für mich.
Es hat wohl viel damit zu tun, dass ich gerne ein paar Dinge ändern oder anderes machen möchte. Es ist irgendwie an der Zeit für einen nächsten Schritt, noch mehr dahin, wie ich leben und meine Zeit verbringen möchte.
Vielleicht habe ich mich mittlerweile auch so weit gefunden, dass ich die ganzen anderen Dinge nicht mehr benötige. Sowas wie ständige Leistung, Anerkennung und immer auf der Suche sein.
Bin ich mir mittlerweile vielleicht selbst einfach genug? Ist es vielleicht einfach gut so wie ich bin? Habe ich ein Stück meinen inneren Frieden mit mir gefunden und geschlossen?
Viele wenn, vielleicht, mittlerweile und könnte sein, muss ich zugeben. Alles noch ein bisschen schwammig aber irgendetwas in dieser Richtung kristallisiert sich da heraus. Besser kann ich es nicht beschreiben und ich hoffe, es klingt nicht zu abgehoben und verrückt!
Wünsche euch schon mal ein schönes Osterfest und genießt die Feiertage, trotz Corona und den ganzen Einschränkungen. Versucht für euch das Beste daraus zu machen und passt auf euch auf!

Sonntag: (04.04.2021)

Nicht nur tagsüber wird hier im Pfälzerwald traumhafte Natur geboten, auch in der Nacht gibt es einen fantastischen Sternenhimmel zu bewundern. Durch die spärliche Besiedelung im Pfälzerwald, gibt es wenig künstliches Licht und damit Lichtverschmutzung in der Nacht. Dadurch wird der Eindruck erweckt, die Sterne leuchten hier besonders hell und sind ganz nahe. Seit drei Tagen stehe ich mit meinem Bus schon direkt unter dem Großen Wagen, wobei ich zugeben muss, das dies auch das einzige Sternbild ist, welches ich kenne. Trotzdem finde ich es sehr passend, darunter zu parken. Wenn es nachts nicht so kalt wäre, würde ich auch mal den Sternenhimmelmodus an meinem neuen Handy ausprobieren. Kann es doch zusammen mit einem Stativ auch Langzeitbelichtung, welches bestimmt tolle Fotos ergeben würde.
Der Nachteil dieser sternenklaren Nächte ist, dass es am Morgen immer entsprechend kalt ist. So zeigte mein Garmin beim Losfahren heute Morgen gerade mal null Grad an. Da hieß es sich dick anziehen und warm strampeln. Wobei die Sonne schon herrlich schien und der Sonnenaufgang am Morgen vom Feinsten war. Die Morgenstunden gehören sowieso zu meiner liebsten Tageszeit. Alles ist noch so schön ruhig, die Welt zum größten Teil noch am Schlafen und die Natur erwacht.

Auch nicht die Angst vor dem Scheitern oder zu versagen ist es, die mich abhält rund um Deutschland zu fahren. Mir so etwas einzugestehen, habe ich nicht wirklich ein Problem mit, das habe ich gelernt.
Vermutlich geht es noch nicht einmal um das Event oder die Herausforderung an sich, das ist nur der Aufhänger, der Schauplatz oder das Symptom für etwas anderes, was mich beschäftigt oder wirklich dahinter steckt. Aber auch dieses ist noch nicht so ganz greifbar für mich.
Es hat wohl viel damit zu tun, dass ich gerne ein paar Dinge ändern oder anderes machen möchte. Es ist irgendwie an der Zeit für einen nächsten Schritt, noch mehr dahin, wie ich leben und meine Zeit verbringen möchte.
Vielleicht habe ich mich mittlerweile auch so weit gefunden, dass ich die ganzen anderen Dinge nicht mehr benötige. Sowas wie ständige Leistung, Anerkennung und immer auf der Suche sein.
Bin ich mir mittlerweile vielleicht selbst einfach genug? Ist es vielleicht einfach gut so wie ich bin? Habe ich ein Stück meinen inneren Frieden mit mir gefunden und geschlossen?
Viele wenn, vielleicht, mittlerweile und könnte sein, muss ich zugeben. Alles noch ein bisschen schwammig aber irgendetwas in dieser Richtung kristallisiert sich da heraus. Besser kann ich es nicht beschreiben und ich hoffe, es klingt nicht zu abgehoben und verrückt!
Wünsche euch schon mal ein schönes Osterfest und genießt die Feiertage, trotz Corona und den ganzen Einschränkungen. Versucht für euch das Beste daraus zu machen und passt auf euch auf!

Auf meiner heutigen Tour gab es leider keine Türme und Burgen zu bewundern, auch sonst gab es kein wirkliches Highlight, was dem Track aber keinen Abbruch tat. Dieser führte mal wieder nur durch den Wald, ich musste tiefe Täler überwinden und es gab einige Höhenmeter zu erklettern. Auch mit tollen Trails wurde nicht gegeizt, welche hier wirklich alle sehr flowig ausfallen und ein gefundenes Fressen für den Traktor darstellen. Der Schönste kam am Ende der Tour und hatte bestimmt eine Länge von zwei Kilometern und führte immer schön am Hang entlang, ein absoluter Genuss.
An einem der größten Highlights in dieser Gegend bin ich heute nur vorbeigefahren, der Karlsschlucht. Diese hatte ich schon einige Male besucht und Fahrradfahren ist dort eigentlich verboten. Auf das Gemecker der Wanderer am Ostersonntag konnte ich da gut verzichten, da sich dort heute bestimmt Menschenmassen durchgeschoben haben.
Überhaupt bin ich heute sehr schnell in meinen Rhythmus gekommen und hatte super Beine, was mich selber ein bisschen überrascht hat. Ist es doch schon der vierte Tag und so wie es aussieht, ist meine Kondition schon recht ordentlich.

In vier Wochen werde ich diese auch dringend benötigen, plane ich in der Woche nach Pfingsten, zusammen mit Guido, die Trans Bayerwald zu befahren. Dann auch endlich mal wieder im Bikepackingmodus. Die Trans Bayerwald ist ein neu gestalteter Track vom Tourismusverband Ostbayern, welcher aus einer Nord- und einer Südroute besteht. Zusammen kommen diese beiden Strecken auf 750 Kilometer und 20.000 Höhenmeter und stellen damit ein richtig fettes Ding! Mir ist bis jetzt auch noch niemanden bekannt, der diese Strecke im Bikepackingmodus befahren hat, sodass ich auf keinerlei Erfahrungswerte zugreifen kann. Hoffentlich darf Guido bis dahin wieder nach Deutschland einreisen, damit wir gemeinsam dieses Abenteuer bestreiten können. Dass ich schon heiß wie Frittenfett auf die Tour bin, muss ich wohl nicht erwähnen.
Überhaupt finde ich es total schade, das ich Morgenabend schon wieder nach Hause fahren muss. Viel lieber wäre ich mit meinem Bus zum nächsten MTB Hotspot hier im Pfälzerwald weitergezogen und hätte da die Wälder unsicher gemacht. Touren hätte ich noch reichlich auf meiner Liste stehen.
Wobei ich nur einen Tag zu Hause verbringen werde. Die nächste Woche habe ich kein Homeoffice, sondern muss rausfahren, um meine Arbeite zu erledigen. Was liegt da näher, als den Bus mitzunehmen, nach der Arbeit schön ein bisschen Fahrrad zu fahren und einfach im Bus zu übernachten. Das wird meine Work-Life-Balance mächtig nach vorne bringen!

Unterwegs zu sein, die Welt entdecken und mich neuen Dingen stellen, ist zu einem ganz wichtigen Teil meines Lebens geworden. Raus gehen, mich nicht mehr verstecken und einigeln, sondern aktiv sein.
Dieses steht im krassen Gegensatz dazu, wie ich früher gelebt habe und unterwegs war. Es gab Zeiten da war in Urlaub fahren, der blanke Horror für mich. Dies brachte mich völlig aus meinen Routinen und Abläufen heraus, welche ich so dringend benötigte, um nicht völlig in meinen Ängsten unterzugehen. Mir durch Kontrolle Stabilität verschaffen, das hatte schon ziemlich zwanghafte Züge, welche irgendwann fließend in die Essstörung übergingen.
Mit einer Essstörung in Urlaub zu fahren oder einfach mal ungezwungen wegzugehen, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Zum Einen hat fast jede Unternehmung mit Essen zu tun, wo die Gefahr schwach zu werden viel zu groß ist, was dann mit ziemlicher Sicherheit im totalen Kontrollverlust enden würde. Zum Anderen ist da auch die Angst angesprochen zu werden, obwohl tief in einem drin, man sich nichts sehnlicher wünscht, dass endlich jemand den Kampf und das Elend wahrnimmt, indem man steckt. Als Betroffener schämt man sich auch unheimlich für sein Verhalten, dass man einfach nicht in der Lage ist, normal mit Essen umzugehen und es soviel Raum im Kopf einnimmt. Dieses ständige Lügen und Verstecken, sich immer weiter in Ausreden verstricken und dadurch andere ständig zu enttäuschen und zu verletzen.
Irgendwann nimmt die Essstörung soviel Raum ein, hat einen so im Griff, dass sie zum Wichtigsten im Leben wird. Sie steht an absoluter erster Stelle, noch vor den Freunden, der Familie oder dem Beruf.
Das ganze Leben reduziert sich aufs Essen oder besser gesagt nicht essen. Alles andere wird völlig egal, tritt total in den Hintergrund und wird gar nicht mehr wahrgenommen. Es ist ein selbst erschaffene Hölle, ein Leben in völliger Isolation, welches absolut nicht mehr lebenswert ist. Da auch noch Menschen mit einzubauen, ein Ding der Unmöglichkeit.

Montag: (05.04.2021)

In der Nacht hatte es kräftig angefangen zu stürmen, wovon ich ein paar Mal aufgewacht war. Dies ließ schon eine gewisse Vorahnung in mir aufkommen, wie der nächste Tag wettertechnisch aussehen würde. Am Morgen blies dann immer noch dieser eisige Wind und die Temperaturen lagen nur knapp über dem Gefrierpunkt. Am liebsten hätte ich die Vorhänge wieder zugezogen, mich noch ein bisschen unter meine Bettdecke gekuschelt und noch ein Stündchen die Augen zu gemacht. Da ich aber faul herumlungern nie lange aushalte und ich mich später völlig geärgert hätte, nicht auf mein Fahrrad gestiegen zu sein, kochte ich mir erst einmal einen Kaffee und frühstückte.
Auch mit einem Kaffee im Bauch, sah die Welt außerhalb des Busses immer noch nicht einladender aus, zumindest war ich mal richtig wach und machte mich ans Anziehen meiner Fahrradklamotten.
Die ersten Kilometer sind dann immer pure Überwindung, sind meine Finger bei solchem Wetter doch immer so kalt, dass ich Mühe habe zu schalten und zu bremsen. Soviel zu dem Thema von vorgestern, “ich möchte mich nicht mehr quälen”. Wobei Überwinden und Quälen zwei verschiedene Dinge sind oder vielleicht nur der Versuch es sich schönzureden? Eine schwierige Grauzone, bei der es wohl mal wieder kein Richtig und Falsch gibt.

Wobei ich aber auch genau weiß, das solche Touren bei denen ich mich am Anfang überwinden muss, überhaupt zu starten, fast immer die Intensivsten werden und in meiner Erinnerung bleiben.
Durch den Sturm wird es noch stiller im Wald, b.z.w es ist das einzige Geräusch welches zu hören ist. Dazu noch der graue Himmel und das wenige Licht, welches es durch die Wolken und die dichten Baumkronen schafft, erzeugen eine ganz melancholische Atmosphäre im Wald. Ich liebe dieses intensive Gefühl, welches sich dann in mir ausbreitet, diese Einsamkeit und Stille. Vor allem mag ich es, wenn mich das Wetter herausfordert. Es lässt mich vor meinen Körper spüren, meine äußeren Grenzen wahrnehmen, womit ich sonst oft meine Schwierigkeiten habe, weil ich immer noch oft in dieser Körperschemastörung hänge. Das widrige Wetter treibt mich an, mich zu bewegen, damit mir warm wird und ich nicht auskühle. Es ist ein angenehmes Gefühl zu schwitzen und wenn der Puls auf Hochtouren läuft.
Vor allem ist es eine gute Übung bei und in mir zu bleiben und dadurch zufrieden. Mich nicht im Außen zu verlieren, weil mir kalt ist, das Wetter so trübe und trostlos. Denn nur wenn ich bei mir bleibe, lasse ich mich nicht runterziehen und frustrieren. Sich dem, beim Fahrradfahren zu stellen, ist eine gute Übung, welche sich auf viele Situationen im Alltag übertragen lässt.

Kurz bevor das Wetter so richtig übel wurde, es lag so eine Mischung aus Regen und Schnee in der Luft, erreichte ich wieder den Bus. Was dann aber so gar nicht ging, das ich keinen Kuchen mehr hatte. Während und/oder nach dem Radfahren keinen Kuchen, ist für mich als Cakeholic ein absolutes No-Go. Den letzten Kuchen hatte ich gestern komplett aufgegessen und im Pfälzerwald, an einem Ostermontag, ein Stück Kuchen aufzutreiben, kommt schon einem Wunder gleich. Das Einzige, was mein Bus noch hergab, war ein trockener Laugenbretzel. Herzlichen Glückwunsch!
Ich hatte mal wieder viel zu wenig für drei Tage eingekauft, obwohl ich mir eine Liste geschrieben und alles genau geplant hatte. Der Einkauf von Lebensmitteln wird wohl nie zu meinen Kernkompetenzen zählen und auch später bei mir Zuhause, hoffe ich, dass die Eltern noch was vom Ostermenü übrig haben.
Dass es heute wieder nach Hause geht, ich ab Morgen wieder arbeiten muss und der Alltag mich wieder hat, darauf habe ich ja so gar keine Lust! Ehrlich gesagt kotzt mich diese Vorstellung gerade so richtig an! Viel lieber würde ich noch ein bisschen mein Nomadenleben weitergeführt. Auf so nine to five; Haus und dieses alles, habe ich immer weniger Lust und es ist immer weniger meine Welt.
Ehrlich gesagt war es das noch nie, damit konnte ich mich noch nie wirklich identifizieren. Versucht mich damit zu arrangieren habe ich immer, aber überzeugt war ich von diesem Lebensmodell, welches in dieser Gesellschaft vorherrscht, nie!
Aber solche Gedanken waren immer verboten in meinem Kopf, weil sich ein solches Denken nicht gehört. Von klein auf bekommt man beigebracht, dass man sich anstrengen soll und nur durch Leistung vorankommt. Dass es wichtig ist, in der Schule gut aufzupassen, um später einen guten Beruf zu bekommen, damit man abgesichert ist und sich etwas leisten kann. Ständig bekommt man irgendwelche Normen eingebläut und wird nach irgendwelchen Kriterien benotet. Und bloß nicht abweichen, dagegen oder quer sein, dann steht man ganz schnell außen vor.

Kurz bevor das Wetter so richtig übel wurde, es lag so eine Mischung aus Regen und Schnee in der Luft, erreichte ich wieder den Bus. Was dann aber so gar nicht ging, das ich keinen Kuchen mehr hatte. Während und/oder nach dem Radfahren keinen Kuchen, ist für mich als Cakeholic ein absolutes No-Go. Den letzten Kuchen hatte ich gestern komplett aufgegessen und im Pfälzerwald, an einem Ostermontag, ein Stück Kuchen aufzutreiben, kommt schon einem Wunder gleich. Das Einzige, was mein Bus noch hergab, war ein trockener Laugenbretzel. Herzlichen Glückwunsch!
Ich hatte mal wieder viel zu wenig für drei Tage eingekauft, obwohl ich mir eine Liste geschrieben und alles genau geplant hatte. Der Einkauf von Lebensmitteln wird wohl nie zu meinen Kernkompetenzen zählen und auch später bei mir Zuhause, hoffe ich, dass die Eltern noch was vom Ostermenü übrig haben.
Dass es heute wieder nach Hause geht, ich ab Morgen wieder arbeiten muss und der Alltag mich wieder hat, darauf habe ich ja so gar keine Lust! Ehrlich gesagt kotzt mich diese Vorstellung gerade so richtig an! Viel lieber würde ich noch ein bisschen mein Nomadenleben weitergeführt. Auf so nine to five; Haus und dieses alles, habe ich immer weniger Lust und es ist immer weniger meine Welt.
Ehrlich gesagt war es das noch nie, damit konnte ich mich noch nie wirklich identifizieren. Versucht mich damit zu arrangieren habe ich immer, aber überzeugt war ich von diesem Lebensmodell, welches in dieser Gesellschaft vorherrscht, nie!
Aber solche Gedanken waren immer verboten in meinem Kopf, weil sich ein solches Denken nicht gehört. Von klein auf bekommt man beigebracht, dass man sich anstrengen soll und nur durch Leistung vorankommt. Dass es wichtig ist, in der Schule gut aufzupassen, um später einen guten Beruf zu bekommen, damit man abgesichert ist und sich etwas leisten kann. Ständig bekommt man irgendwelche Normen eingebläut und wird nach irgendwelchen Kriterien benotet. Und bloß nicht abweichen, dagegen oder quer sein, dann steht man ganz schnell außen vor.

Das Ganze ist jetzt ein bisschen sehr zynisch und überspitzt von mir formuliert und auch nicht ganz fair. Es leben auch tolle Menschen in einem Dorf, auch in meinem aber damals habe ich einfach alles gehasst. Am meisten wohl mich selbst! Mittlerweile habe ich mit vielem meinen Frieden gemacht oder versuche einfach mein Ding durchzuziehen und den Rest am besten ignorieren. Nicht in jeden Kampf lohnt es sich Zeit und Energie zu investieren, sondern nur in solche, welche sich am Ende für einen selber, in irgendeiner Art und Weise lohnen könnten.
Auch solche Aussagen, früher auf dem Dorf war für Kinder alles besser und sie konnten eine viel unbeschwertere Kindheit genießen und so weiter, halte ich für den absoluten Schwachsinn!
Das soll jetzt auch absolut nicht heißen, ich hatte eine schlechte Kindheit gehabt oder mir hätte es an irgendetwas gefehlt. Absolut nicht und das macht die Sache zum Teil für mich so kompliziert und hat mich hadern lassen. Lange habe ich mir gewünscht es gäbe jemand oder etwas, dem ich die Schuld geben könnte und damit die Verantwortung für vieles, was so passiert ist oder ich mir angetan habe. Aber irgendwann musste ich einsehen, den oder das gibt es nicht. Es ist halt blöd gelaufen, so eine Mischung aus genetischer Veranlagung und ungünstigen Bedingungen. Wobei wie oben schon erwähnt, die Bedingungen nicht ungünstig waren, sondern einfach nicht zu mir gepasst haben und in Ermangelung geeigneter Alternativen hat sich alles so entwickelt.
Ab einem gewissen Zeitpunkt heißt es einfach verzeihen und vergeben, ansonsten ändert sich nichts und man kommt einfach nicht weiter. Gibt es einen Auslöser, dann diesem oder der Person, welche dafür verantwortlich war vergeben. Gibt es keinen, dann kann man sich nur selbst verzeihen, ansonsten schafft man es nie raus aus der Verbitterung, Frustration und dem Selbstmitleid.
Das war aber jetzt mal genug Osterpredigt von mir, bevor ich noch mehr in Fahrt komme. Alles in allem haben mir die letzten Tage im Pfälzerwald sehr gut getan, einiges ist mir wieder bewusst geworden und ich habe die Punkte gefunden, wo ich weiter anknüpfen sollte!
Wünsche euch noch einen schönen Restfeiertag und einen guten Start in die Woche.

„Es ist das, was du daraus machst“

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