Irgendwann geht es immer bergauf!

Freitag: (30.04.2021)

Da ich einen sehr netten Chef habe, konnte ich für heute recht spontan, weil sich Termine verschoben habe, einen Brückentag bekommen. Ein verlängertes Wochenende und ein paar Tage Vanlife hatte ich dringend nötig, um ein paar Dinge in meinem Kopf zu sortieren und wieder mehr zu mir zu finden. Aber dazu später mehr.
Deshalb habe ich gestern nach Feierabend schnell der Bus vollgepackt und es ging in Richtung Echternach, an die Luxemburger Grenze. Geplant war für dieses Wochenende eigentlich eine andere Gegend, dort wollte ich noch jemanden besuchen und MTB fahren.. Mir war aber mehr nach ein paar Tagen für mich alleine, um mich nur mit mir und ohne Ablenkung mit ein paar Dingen auseinander zu setzen.
In die Gegend rund um Echternach führten mich meine Reisen schön diverse Male. Gibt es hier doch ganz in der Nähe so tolle Sachen wie die Teufelsschlucht, den Dinosaurier Park, ein Westwallmuseum und ganz viel wunderbare Natur. In Echternach findet außerdem einmal im Jahr der Charly Gaul Marathon statt, an dem ich auch schon teilgenommen habe.

Blick in das das Tal der Qur
Im Muellertal

Diese Grenzregion ist ein Traum zum Rennrad und Mountainbike fahren. Wo ich allerdings noch nie war, obwohl es seit Jahren auf meiner Bucket List steht, ist das Mullerthal. Die Tracks liegen schon ewig auf meinen Laptop, wobei da liegen mehr GPX Dateien, als ich jemals in meinem Leben fahren kann, aber steter Tropfen höhlt den Stein. An diesem Wochenende sollten sie nun endlich zum Einsatz kommen.
Und der erste Tag war schon ein Gedicht. Trails ohne Ende, diese waren mal flowig, mal verblockt, es ging rauf und runter. Viele Felsen, Steine und Stufen gab es zu bezwingen. Auch mit Wurzeln, welche es zu überfahren galt, wurde nicht gegeizt. Alles war nicht fahrbar, zumindest nicht für meine Trailkünste, auch ein paar sehr anstrengende Schiebepassagen waren enthalten, allerdings waren sie jeden Schweißtropfen wert.
Vor allem war ich heute schon nach zwei Kilometern völlig in meinem Flow, eins mit mir und der Welt um mich herum. Es herrschte eine so angenehme Stille und alles war so friedlich. Es ist selbst für mich immer noch überraschen, wie schnell sich meine Stimmung und Gefühlslage ändern kann und das in jede Richtung.
Früher, als ich noch klein war, lief im Fernsehen immer die Mini Playback Show. Dies auf einem Sender, durch den ich heute noch nicht einmal mehr durchzappe, weil was dort an Trash geboten wird, jeglicher Beschreibung spottet.
Na ja, damals war ich noch jung, brauchte das Geld und habe ja nie inhaliert! Dies sind ja immer die Aussagen von Politikern und Schauspielern, wenn ihre früheren Fehltritte ans Licht kommen.
Auf jedem Fall fand ich diese Sendung damals ganz toll und habe mir jede Folge begeistert angeschaut. Bei dieser Show, welche von Marijke Amado moderiert wurde, kennt heute keine Sau mehr, traten Kinder auf und sangen Playback zu Hits von bekannten Künstlern. Dabei gingen die Kinder durch die Zaubertür, später durch die Zauberkugel und kamen in demselben Outfit und genauso geschminkt auf die Bühne wie der Originalinterpret.
Heute würde diese Show niemanden mehr hinter dem Ofen hervorlocken, viel zu wenig Sex, Glamour und Intrigen. Für sowas ist das breite Fernsehpublikum heute schon viel zu abgestumpft.
Worauf ich eigentlich hinaus will, ist diese Zaubertür oder die Zauberkugel, so ähnlich ist es auch mit meinem Bus. Ich mache die Tür auf, steige ein und egal wie fertig oder angespannt ich bin, wenn ich die Tür wieder öffne und aussteige, bin ich eine andere Person.

Brunnentreppe im Echternacher Stadtpatk
Treppe im Muellertal
Skulptur am Echternacher See

Dies hatte ich leider auch bitter nötig, da die letzte Woche, speziell das Ende des Wochenendes und der Beginn alles andere wie schön waren. Ich kann mich gar nicht erinnern, wann ich das letzte Mal auf meine Bedarfsmedikamente zurückgreifen musste, um mich mit diesen mal so richtig abzuschießen, um dann 14 Stunden zu schlafen. Ehrlich gesagt war diese Krise schon länger im Anmarsch, weil einfach ständig und zu lange meine Grenzen überschritten wurden. Egal was ich versucht habe, das dies nicht ständig passiert, es zeigte keine Wirkung. Jetzt bin ich auch nicht der größte Diplomat, auch ruhig und klar zu kommunizieren, was mich stört oder besser noch, was es mit mir macht, ist kein einfaches Unterfangen für mich.
Es gibt allerdings auch ein paar Personen und Situationen, wo so schnell alte Muster und Verletzungen hochkommen, da läuft dann einfach der Film. Rationales Denken und erlernte Fähigkeiten sind dann wie ausgeschaltet, obwohl ich meine Trigger sehr gut kenne. Aber immer kann man diesen nicht aus dem Weg gehen oder anders mit diesen umgehen. Es gibt auch einfach Dinge, welche sich nicht ändern lassen, so sehr man sich bemüht.
Gerade im zwischenmenschlichen Bereich gehören immer zwei zu einer Veränderung. Ist einer dazu aber nicht bereit oder in der Lage, weil er die Notwendigkeit gar nicht erkennt, wird es schwierig. Dann kann man sich entweder distanzieren und aus dem Weg gehen, was allerdings sehr oft nicht möglich ist oder lernt es zu akzeptieren. Zu beiden Wegen gehört Akzeptanz, sonst heilen Wunden nie.
Aber gerade Akzeptanz ist ein sehr schwieriger und langer Weg. Bedeutet es doch die Anerkennung von Umständen und Tatsachen. Akzeptanz hat auch viel mit Verzeihen und Vergeben zu tun, welches wohl zu den schwierigsten Prozessen überhaupt gehört. Allerdings ist ohne Akzeptanz keine erfolgreiche Veränderung oder Verbesserung der Situation möglich.

schmaler Durchgang im Muellertal

Trotzdem verschwinden alte Gefühle und Muster nie wirklich ganz, auch wenn man dachte seinen Frieden damit geschlossen zu haben. Sie sind einfach ein Teil der eigenen Persönlichkeit, stellen erlernte Strategien dar und sind oft sehr tief eingebrannt.
Gerade wenn die persönliche Resilienz sowieso schon durch andere Einflüsse geschwächt ist, kommen alte Muster und Gefühle sehr schnell wieder hoch und zum Vorschein.
Der Umgang den ich dann mit diesen an den Tag lege oder zu welchen Handlungen es mich verleitet, das macht den entscheidenden Unterschied aus.
Aber die Gedanken und Prozesse im Kopf sind erst einmal die gleichen oder fühlen sich zumindest so an. Wenn der falsche Knopf gedrückt wird, läuft leider immer noch zuerst das alte Programm ab. Denn ganz ausbauen lassen sich Knöpfe nie!
Mit der Zeit ändert sich die Frequenz, wie oft der Knopf gedrückt wird oder auch die Heftigkeit der Reaktion auf das Betätigen. Wobei manchmal löst es immer noch die Reaktionen aus, wie zu den schlimmsten Zeiten, was am vergangenen Wochenende bei mir geschehen ist.
Dann verfalle ich in dieses völlige schwarz weiß Denken und es herrscht diese totale Ambivalenz in meinen Gefühlen. Diese werden dermaßen heftig und wechseln in einem solchen Tempo, dass nur noch ein Cut und der Not-Aus hilft.
Da gibt es dann die völlige Depression, sodass ich kaum noch in der Lage bin mich zu bewegen. Alleine ein Gang zur Toilette erscheint dann so anstrengend, wie ein Marathonlauf und ein Ding der Unmöglichkeit. Da herrscht eine solche Leere und Sinnlosigkeit, da ist gar nichts mehr. Es fühlt sich an, als wäre man innerlich tot.
Nach der Depression kippt alles in die totale Wut, völligen Hass und Selbstabwertung. Das auf alles und jeden, vor allem auf sein Leben und die ganze Welt. Am schlimmsten allerdings auf die eigene Person. Am liebsten würde ich dann meinen Kopf durch eine Scheibe hauen oder noch besser, mir den Arm aufschneiden. Mich kaputt machen und bestrafen, für meine Unfähigkeit, weil ich so ein Versager bin und zu nichts nutze.
Wobei an Selbstverletzen absolut nichts gut ist, dass möchte ich hier ausdrücklich betonen. Es hat seine Funktion, welche in gewissen Phasen und Situation verhindern sich nicht völlig von der Welt zu verabschieden aber es ist keine Lösung! Wer zu selbstverletzenden Verhalten neigt, sollte sich bitte so schnell wie möglich Hilfe und Unterstützung suchen. Von alleine wird es nicht weggehen, sondern immer schlimmer werden.

Selbstverletzendes Verhalten hat auch nichts mit Aufmerksamkeit bekommen zu tun oder sollte als Druckmittel gesehen und empfunden werden. Es auch kein Lifestyle oder eine Modeerscheinung, wie es manchmal in den Medien dargestellt wird. Es ist ein völlig krasser und kaum verständlicher Hilferuf, von Menschen, die völlig verzweifelt sind und anderes mit ihrer Wut und dem Schmerz nicht umgehen können. Ich hoffe und wünsche mir sehr, dass die Gesellschaft irgendwann an den Punkt kommt, dass sich Menschen, die an einem solchen Verhalten leiden, sich nicht auch schämen und verstecken müssen.
Denn nach dieser totalen Wut und dem riesen Hass kippt alles in lebensbedrohliche Angst und völlige Verzweiflung. Eine Angst- und Panikattacke ist wirklich die Hölle, es ist dermaßen anstrengend und Kräfte zerrend. Wenn es ganz schlimm wird, hilft mir nur noch, mich in meinem Schlafzimmer einschließen, Jalousien runter und die Decke über den Kopf ziehen. Dann wird alles und jeder bedrohlich, ich fühle mich dann von jedem verfolgt und jeder will mir etwas Schlechtes. Das sind dann auch solche Momente, wo ich denke, jetzt drehst du völlig durch, jetzt hast du es endgültig gepackt.
Wenn ich in so einem Zustand bin, sind meine Bedarfsmedikamente die beste Lösung und vor allem schlafen. Am nächsten Tag sieht die Welt meist schon wieder viel freundlicher aus und das Ganze kommt mir wie ein Alptraum oder ein Anfall vor, den ich hatte. Was ich gar nicht an den Medikamenten mag, ist das ich am anderen Tag immer noch recht bematscht im Kopf bin und so ein bisschen neben der Welt stehe. Das ist kein angenehmer Zustand aber diesen Preis gilt es zu zahlen.
Zum Glück kommen solche heftigen Zustände heute nur noch ganz selten vor, da ich hatte ich schon andere Phasen und Zeiten. Auch schaffe ich es heute eigentlich immer ohne Selbstverletzung oder therapeutische Hilfe, durch diesen Krisen zu kommen. Das ist ein sehr großer Fortschritt und keine schlechte Leistung.
Allerdings wie ein Sieg oder ein Erfolg, fühlt es sich trotzdem nicht an, es bleibt lange ein fader Nachgeschmack in meinem Kopf zurück, weil es mich so aus meinem Leben reißt und mir meine Grenzen aufzeigt.

Samstag: (01.05.2021)

Gestern habe ich den Tag der Arbeit so richtig zelebriert und zusammen mit meinen MTB mächtig geschuftet, da die Tour wieder über die Trails des Mullerthals ging.
Vor allem war gestern angesagt, mein Fahrrad mehrere hundert Stufen hochzuschleppen oder zu schieben. Allerdings bin ich auch noch nie so viele Treppenstufen wieder runtergefahren wie gestern.
Aber jede Stufe war ihre Mühe wert, so überwältigend und beeindruckend war der Track. Riesige Felsformationen, wechselten sich mit traumhaften kleinen Tälern ab oder es ging durch enge, tiefe Felsschluchten. Eine Stelle war so eng, dass ich fast den Lenker lösen musste, um diesen querzustellen, damit mein Mountainbike hindurchpasst.

Hängeseilbrück im Muellertal

Viele der Täler und Schluchten wurden von riesigen Felsen flankiert, durch den sich mein Weg schlängelte und erweckte in mir den Eindruck ich fahre durch eine urzeitliche Landschaft. Hinter jeder Ecke hatte ich das Gefühl, ich treffe auf einen Dinosaurier oder irgendein magisches Wesen.
In einem der Täler musste ich meine Fahrt unterbrechen und warten, weil sich dort ein Filmset befand, wo ein Fantasyfilm gedreht wurde. Leider passte ich mit meinem MTB und Fahrradoutfit nicht in die Kulisse, sodass keine Chance bestand, entdeckt und ein berühmter Filmdarsteller zu werden. So werde ich meine Brötchen weiterhin bei einem großen deutschen Transportunternehmen verdienen müssen.
Alles in allem stellte der Tag allerdings auch eine riesen Plackerei dar, weil viele Teile des Tracks technisch höchst anspruchsvoll waren. Für die ersten 15 Kilometer benötigte ich fast 2 Stunden, normalerweise fahre ich in dieser Zeit mehr wie das Doppelte an Kilometer, wenn es gut rollt.
Wobei ich ehrlich gesagt, dieses Bike & Hike liebe, weil es alles fordert, mich ständig zwingt völlig fokussiert zu fahren und mich nur auf den Track zu konzentriert. Es erfordert einen völligen sauberen Fahrstil, ständiges Arbeiten mit dem Fahrrad und sowohl kraftvoll zu kurbeln, wie auch sanft über alles hinwegzugleiten.
Vor allem es ist ein super Kraft- und Ausdauertraining, auch Gleichgewicht und Geschicklichkeit sind gefragt und werden geschult. Der Spaßfaktor und der Nervenkitzel suchen seinesgleichen, wodurch ich mich ständig im Hier und Jetzt befinde.
Mich zu spüren, meinen Körper, meinen Pulsschlag, den Wind in meinen Haaren, ist die beste Therapie für mich. Denn genau mit dem mich nicht spüren oder zu viel fühlen habe ich so oft meine Schwierigkeiten.
Vor allem ist dieses Training in meinen Augen tausendmal besser, wie dieses Wattgesteuerte Intervalle fahren nach einem Trainingsplan. Dies ist eine Sache, welche ich überhaupt nicht verstehe und gerade in meinem Exfahrradverein seit einiger Zeit das Non plus Ultra darstellt.
Für mich geht es beim Fahrradfahren darum, draußen zu sein und vor allem frei. Neue Strecken und Herausforderungen zu suchen, tolle Landschaften und Gebiete zu entdecken. Wie kann ich mir da von einem elektronischen Gerät vorschreiben lassen, wie viel und wie schnell ich Fahrradfahren soll! Wie viele Intervalle ich hintereinanderfahren muss und das am besten immer am selben Anstieg, damit die Werte vergleichbar bleiben.
Vor allem wird von einem guten Freund von mir immer als absoluter Pluspunkt für diese Trainingsmethode ins Feld geführt, dass mit minimalem Aufwand an Zeit, das Maximum an Leistung erreicht werden kann. Für mich erschließt sich diese Logik absolut nicht. Gerade wenn ich wenig Zeit habe zum Trainieren, nutze ich doch diese wenige Zeit dafür, den maximalen Spaß und Ausgleich zu erreichen. Ich lasse mir doch diese völlig kostbare Zeit nicht von einem strukturierten Plan und irgendwelchen digitalen Werten vorschreiben und diktieren.

Aber dieses Phänomen und Denken passt voll unsere heutige Leistungsgesellschaft, geht es doch nur um Effektivität und Selbstoptimierung. Gerade dieser Selbstoptimierungstrend ist in meinen Augen eine völlig perverse Entwicklung. Das Einzige was ich mit Selbstoptimierung erreiche ist, das ich die persönliche Selbstausbeutung noch mehr steigere. In noch kürzerer Zeit, noch mehr und effektiver zu leisten, am besten bis zur völligen Selbstaufgabe.
Für mich ist da vorprogrammiert, dass ich den Kontakt zu mir selbst völlig verliere, nur noch irgendwelche To-Do Listen nach einem Zeitmanagementsystem abarbeite. In dem Unternehmen, in welchen ich tätig bin, findet fast jede Woche irgendetwas zur Optimierung der Arbeit statt. Es gibt solche Workshops wie Best Praktice, kontinuierlicher Verbesserungsprozess, Things we don’t need no more, Lean Managment und wie dieser ganze amerikanische Kram heißt.
Wenn man diese ganzen Stunden an Workshops und Telkos einfach den Mitarbeitern lassen würde, damit sie ihrer eigentlich Arbeit nachgehen können, würde wahrscheinlich kein Grund zur Zeitoptimierung bestehen, weil genug davon vorhanden ist.
Vor allem wird den Leuten dann noch suggeriert, sie müssen effektiver und schneller arbeiten, damit ihre Arbeitsplätze gesichert sind. Das genaue Gegenteil ist der Fall, je schneller und effektiver ich arbeite, umso mehr Arbeit bekomme ich oder es kann wieder ein “P” abgebaut werden. Überhaupt die Mitarbeiter als “P” zu bezeichnen und zu berechnen, stellt mir die völlige Abwertung von Menschen dar und macht sie zu einer Art Ware. Von solchen Dingen, wie Kennzahlen, Monitoring und Ampelsystemen will ich gar nicht anfangen zu schreiben.
Vor allem bleibt die Individualität und Kreativität bei diesem Prozess völlig auf der Strecke. Bloß nicht abweichen und immer im grünen Bereich bleiben, nichts hinterfragen oder anzweifeln.
Keine Schwäche zeigen oder diese zugeben, dies kommt einer Bankrotterklärung gleich, einem Scheitern an den Ansprüchen und Vorgaben. Immer nett seine Maske tragen und die Fassade aufrechterhalten.

Blick auf Echternach

Dabei gibt es so viele Menschen, die mit ihrem Leben, ihrer Arbeit und allem so überfordert sind, dass sie kaum noch wissen wie sie die nächste Woche überstehen sollen. Gerade in einer Zeit, wo durch die vielen digitalen Neuerungen, sich alles immer schneller dreht, ständiges Lernen und Anpassen erforderlich ist, um mit dem Tempo Schritt zu halten. Dazu jetzt noch die Corno Pandemie, die wie ein Brandbeschleuniger wirkt, für die vielen Probleme und perfiden Mechanismen, welche schon vorher vorhanden waren und so geschwellt haben.
Warum steigen wohl ständig die Zahlen an Burnouts, Suchterkrankungen und Depressionen?
Aktuell befinden sich zwei Freunde*innen von mir wieder in einer psychosomatischen Klinik in Behandlung und von einigen anderen Menschen weiß ich auch, dass sie unheimlich am Kämpfen sind und nur mit Mühe ihren Alltag bewältigt bekommen. Ich persönlich hatte den Winter über und auch noch in diesem Frühjahr so meine kleineren und größeren Krisen! Gerade mein letzter Post hier, handelt von einer ziemlich heftigen Krise, bei dem ich viel Persönliches preisgeben und mich sehr verletzlich gezeigt habe. So what, sei es drum!
Denn was ich gar nicht mehr in den sozialen Netzwerken lesen und ertragen kann, ist wie schön, toll und einfach alles ist, wenn ich so lebe oder dieses oder jenes mache. Dass ich mit Fleiß, Leistung und Durchhaltewille alles erreichen und ändern kann. Von tollem Lifestyle und wie easy going alles ist. Dieses nur Positiv denken, bloß keine Zweifel und Schwächen zeigen und diese verlogene heile Welt. Diese Fotos und Geschichten von schönen Menschen, die sich auch so gesund ernähren, so sportlich sind und den Weg für sich gefunden haben. Da weiß ich nicht wer mehr belogen wird oder sich selbst belügt!
Es ist nicht immer alles schön und gut, es darf einem auch mal scheiße gehen, man darf auch mal zweifeln und vor allem Verzweifelt sein. Sich verletzlich zu zeigen und zu sein, ist keine Schwäche, sondern hat viel mit Authentizität und Ehrlichkeit zu tun.
Bevor ich mich hier völlig in Rage schreibe, wünsche ich euch lieber noch einen schönen Sonntag.
Passt gut auf euch auf und das, was viele wollen, wollen oft nur viele, weil es viel wollen!

„Es ist das, was du daraus machst“

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