Ein ambivalentes Winterwochenende!

Samstag: (12.12.2020)

Die letzte Woche war ganz schön hart, hat doch am letzten Wochenende mein Rollentrainer den Geist aufgegeben, beim Einschalten blinkte dieser nur noch und hat sich mit keinem meiner Geräte mehr verbunden. Das hieß, ich konnte die ganze Woche kein Fahrradfahren, weil draußen fahren, bei der Kälte und abends im dunkeln, hatte ich keinerlei Lust, dass ist einfach nicht mein Ding!
Ein bisschen bin ich auch stolz darauf, es nicht trotzdem getan zu haben, weil die “Essstörungsstimme” in meinem Kopf ganz schön laut war die ganze Woche. Sie sah ihre Chance gekommen mir zu suggerieren, ich nehme jetzt 10 kg zu, werde fett, verliere meine ganze Kondition und so weiter. Da gab es ein paar krasse Gedankenspiralen und komische Einfälle!
Heute bin ich dann trotzdem los, auch wenn man bei dem Wetter eigentlich keinen Hund vor die Tür jagt. Es ist auch nur eine kleine Runde geworden, war es durch den Nebel und die Nässe doch richtig kalt und ziemlich ungemütlich. Vor allem sah ich am Ende der Tour aus wie Schwein und habe zuhause fast die gleiche Zeit nochmal aufwenden müssen, fürs Putzen und Waschen, wie ich Fahrrad gefahren bin. Wobei so richtig mit dem Fahrrad im Matsch wühlen, finde ich schon klasse, da kommt der kleine Junge wieder raus. Es war auch besser wie gar nicht draußen gewesen und mich nicht bewegt zu haben, wobei so richtig befriedigt hat mich die kurze Tour nicht und ich muss mal schauen wie es mir damit geht!

“Und, wie geht es ihnen/dir?”, wie oft bekomme ich diese Frage gestellt und jedes Mal bringt sie mich ins schleudern und setzt mich in gewisser Weise unter Druck.
Für mich ist diese Frage nämlich nicht nur eine Floskel, auf die ich einfach mit: ”Ja, gut / Geht so / Man lebt!” oder wie auch immer antworten möchte, sondern ehrlich und authentisch. Allerdings ab diesem Punkt fängt die Frage nach meiner Befindlichkeit an kompliziert zu werden.
Wobei kompliziert soll ich im Zusammenhang mit meiner Person nicht sagen, sondern facettenreich verwenden, so lautet der Tipp einer ehemaligen Therapeutin von mir. Es gibt ja auch nur Herausforderungen und keine Schwierigkeiten. Aber genau dieser Facettenreichtum macht es mir so schwer auf diese Frage zu antworten.
Das fängt schon mit dem Zeitraum an, auf welchen sich diese Frage beziehen soll. Auf meinen jetzigen Gemütszustand, den der letzten Tage oder als ich das letzte Mal mit der Person gesprochen habe, die mir jetzt diese Frage stellt?
Dabei ertappe ich mich selbst total oft dabei, dass ich anderen diese Frage zur Begrüßung stelle und schon im selben Moment denke: “ Du Trottel, auf diese Frage kannst du keine Antwort erwarten”.
Selbst bei meinem Therapeuten ist das immer seine Eröffnungsfrage, wenn wir eine Therapiestunde haben. Diese ist ja auch völlig berechtigt, will er ja wissen, wie es mir seit dem letzten Besuch ergangen ist. Da ich meistens zu früh da bin und noch etwas vor der Tür warten muss, denke ich da schon immer ein bisschen über diese Frage nach aber eine tolle Antwort kann ich meinem Therapeuten dann trotzdem nicht servieren. Meistens antworte ich gar nicht auf diese Frage, sondern verziehe so ein bisschen den Mund und dann merkt er, dass er mich mit dieser Frage überfordert und er stellt gezieltere. Wie es mit dem Essen läuft, ob bei meiner Arbeit alles in Ordnung ist und nach meiner Familie, ob es da Probleme (Herausforderungen) gibt.
Alternative Fragen stellen, welche sich auf eine konkrete Sache beziehen, habe ich mir deshalb von ihm abgeschaut und versuche dies anzuwenden.
Bei meinem Chef ist das auch immer die erste Frage die er mir am Telefon stellt: “Wie geht es dir, Holger?”. Dabei interessieren ihn nicht nur die beruflichen Dinge, sondern wie es mir als Person geht und dies ist nicht nur eine Floskel oder weil er der Chef ist. Er ist wirklich besorgt und interessiert an seinen Mitarbeiter, wie es ihnen geht, ob er vielleicht irgendwie helfen kann und das nicht nur, damit die Arbeitsleistung erbracht wird. Dieses finde es sehr gut und ist wohl auch ein Grund dafür, dass in unserem Team eine ausgesprochen gute Stimmung und Atmosphäre herrscht. Ich schätz ihn auch so ein, dass wenn man ein Problem hat, damit zu ihm kommen kann, da hatte ich schon andere Chefs.
Aber mein innerstes Seelenleben will ich ihm dann am Telefon doch nicht auf die Nase binden, wo ich mir gar nicht so wirklich weiß, wieviel genau er über mich und meine Geschichte weiß.
Auch bei ihm muss immer erst einmal überlegen was ich antworte, obwohl ich genau weiß, dass diese Frage kommt. Dort nutze ich dann auch einfach die Methode mit den alternativen Antworten auf konkrete Dinge bezogen, zum Beispiel zu den Projekten, an welchen ich im Moment arbeite oder erzähle etwas vom Fahrradfahren, weil dies auch sein Hobby ist.
Allerdings der wohl entscheidende Punkt, welcher mich an dieser Frage stört, egal wer sie stellt, ist dass ich oft denke, die Menschen gehen davon aus, dass es mir sowieso nicht gut geht und Chaos in meinem Leben herrscht, weil ich ja diese ganzen Diagnosen habe, schon so oft in der Klinik war, des Öfteren mit mir und meinem Leben am kämpfen bin. Für mich impliziert diese Frage, dass mir nicht vertraut wird, drängt mich ein bisschen in die Rechtfertigungsecke und ich fühle mich kontrolliert.
Sicherlich ist in 99 % der Fälle, wo ich diese Frage gestellt bekomme, dieses Denken von mir absoluter Quatsch und entspringt wohl eher der Tatsache, dass ich mir selber nicht immer vertraue, ich nicht wirklich immer so genau weiß wie es mir eigentlich geht oder mir dies nicht eingestehen will, was zur Zeit bei mir los ist. Auf der anderen Seite, wenn ich nicht gefragt werde, bekomme ich auch schnell den Eindruck, meinem Gegenüber ist es egal wie es mir geht und da habe ich dann auch meine Schwierigkeiten mit. Es ist halt wie so oft bei mir, nie wirklich richtig oder passend!

Aber wie erkläre ich oder antworte ich auf die Frage “richtig” wie es mir geht oder meine Stimmung sich befindet, wenn diese sich sehr oft ändert, manchmal von jetzt auf gleich und ohne einen wirklich erkennbaren Grund. Das ich manchmal völlig eins mit mir und der Welt sein kann, ein anderes Mal vor Angst und Panik am liebsten nicht mein Schlafzimmer verlassen möchte. Das ich oft gar nicht weiß wie es mir überhaupt geht oder ich gerade fühle, weil da nur eine unendliche Leere in mir herrscht oder ich alles nur gedämpft, wie hinter Glas wahrnehme. Oft eine solche Traurig- und Sinnlosigkeit in meinem inneren verspüre, dass ich am liebsten irgendwo runter springen würde, nur um diesen Zustand zu beenden. Manchmal ein solcher Selbsthass in mir tobt und ein innerer Druck herrscht, dass ich am liebsten irgendeins von meinen alten destruktiven Ventilen benutzen würde, damit sich dieser abbaut.
Diese Antwort oder dies alles zu erklären, wäre viel zu viel und vor allem viel zu facettenreich (kompliziert), ich müsste viel zu weit ausholen, von mir und meinem Werdegang erzählen, damit meine Antwort irgendwie Sinn ergibt. Denn selbst für mich ergibt das nicht immer Sinn, wie verschieden ich sein kann, was manchmal in meinem Kopf so abläuft oder wie ich reagiere.

(Achtung Triggerwarnung, es kommt ein Abschnitt über selbst verletzendes Verhalten)

Das ich manchmal so ein innerer Druck und Selbsthass in mir verspürt habe, dass ich mir die Arme aufgeschnitten habe, um wieder zu mir zu kommen oder mich überhaupt mal wieder zu spüren. Das ich oft, wenn ich die Arme von anderen Menschen sehe und diese nicht mit Narben übersäht sind, mich Frage wie die mit sich klarkommen, ohne Ab und Zu das Verlangen zu haben, sich diese aufzuschneiden.
Wenn es mir gut geht, kann ich selber kaum verstehen, wie ich an diesen Punkt gelangen konnte, dass ich zu solchen drastischen Mitteln greifen musste, um diesen Zustand zu beenden oder wieder runter zu kommen.
Es hat auch ganz schön lange dauert und war ein hartes Stück Arbeit, bis ich alternative Strategien entwickelt habe oder mittlerweile früher bemerke, wenn ich in diese Spirale hingerate. Dabei ist immer noch oft mein erster Gedanke, wenn ich etwas falsch gemacht, nicht richtig hinbekomme, mich zu viel und zu laut fühle oder anders unter Druck gerate, ich schneide mir den Arm auf, sorgt für Entlastung und vor allem auch für Bestrafung, womit das Schneiden bei mir auch viel zu tun hat.
Vor allem ist dieses Verhalten wesentlich verbreiteter wie man denkt. In Deutschland sollen es 800.000 Menschen sein, die sich in irgendeiner Weise Selbstverletzen und unter Jugendlichen jeder siebte. Vor allem hat dieses Verhalten nichts mit Aufmerksamkeit bekommen zu tun, stellt auch in keinster Weise den Versuch dar, jemanden zu “erpressen” oder seinen Willen zu bekommen, wie oft behauptet oder angenommen wird, sondern ist ein Ventil für den seelischen Druck und das Leid, welches der Betroffene hat. Es ist das Unvermögen mit seinen Gefühlen umzugehen, diese wahrzunehmen und dient der Emotionsregulation.
Viele Betroffene schämen sich sehr dafür, halten sich für pervers und abartig, weil sie auf diese Weise ihre Gefühle kontrollieren, Spannungen abbauen oder sich damit bestrafen. Es wird versteckt und nur mit langen Ärmeln rumlaufen, auch wenn es 40ig Grad sind oder sich irgendwelche absurden Erklärungen für die Narben ausgedacht.
Ich habe selber unheimlich lange dafür benötigt, bis ich wieder mit T-Shirt in der Öffentlichkeit rumgelaufen bin und je nachdem wie es mir geht oder um was für eine Situation es sich handelt, fällt es mir heute noch schwer dies zu tun.
SVV ist ein absolutes Tabuthema, welches mit vielen Vorurteilen belastet ist und worüber nur wenige Menschen bescheid wissen, weil dieser Gedanke, sich selbst zu verletzen, völlig abwegig ist für “normale” Menschen und sie es sich nicht vorstellen können, dass man sich selber weh tut. Es trauen sich auch nur die wenigstens danach zu fragen, was mit meinen Armen passiert, sie denken ich hätte ich einen Unfall gehabt oder irgendein komisches Haustier. Fragt mich dann doch mal jemand und ich erzähle, dass ich das selber war, entsteht erst einmal eine lange Pause, wo ich genau sehe, wie die andere Person am denken und das Gehörte am verarbeiten ist.
Das Schlimmste ist, für dieses Verhalten auf Ablehnung oder Unverständnis zu stoßen. Das ein solches Verhalten nicht gut gefunden wird, ist völlig ok und auch richtig aber deswegen abgewertet oder komisch behandelt zu werden, ist eine ganz schlimme Erfahrung, die ich niemanden wünsche.
Vorwürfe für sein Verhalten macht sich der Betroffen selber schon genug, wertet sich dafür ab und fühlt sich wie ein Versager. Allerdings wirkt dieses Ventil von 0 auf 100 und holt einen innerhalb von kürzester Zeit wieder in die Realität zurück, macht handlungsfähig und bringt wieder Kontrolle. Bulimie oder besser gesagt ein Fressanfall funktioniert nach dem gleichen Schema und hat dieselbe Wirkung.
Allerdings folgt auf diesen entspannenden Zustand der Kater, genau wie bei Alkohol und es folgen Selbstvorwürfe, Abwertung und der Vorsatz, diesmal war es das letzte Mal und ab Morgen habe ich es im Griff!>
>Wenn in dieser Phase dann noch Unverständnis oder Vorhaltungen von außen kommen, wirkt dies doppelt und der nächste Rückfall und noch mehr Rückzug ist vorprogrammiert.>
Gerade Ärzte, auch wenn man das nicht meinen sollte, zeigen da großes Unverständnis für dieses Verhalten, wenn sie nicht vom Fach sind. Dies ist mir schon mehrmals so ergangen und vor allem ein Vorfall ist mir dabei besonders in Erinnerung geblieben, wo ich mal im Krankenhaus genäht werden musste, weil die Schnitte recht tief waren.>
Auch der weitverbreitete Irrglaube, bei SVV handele es sich um einen Suizidversuch, stimmt nicht. Eher das Gegenteil ist der Fall, es verhindert Schlimmeres, weil es den Druck abbaut und die völlige Kurzschlusshandlung verhindert.>
Allerdings kann dieses Verhalten auch zur Sucht werden und der einzige Weg sein Gefühle zu kontrollieren und schwierige Situationen zu lösen, weil es so gut wirkt und im Vergleich zur Bulimie, spottbillig ist! Da wieder raus zu kommen ist verdammt schwer, ein langer Weg und von vielen Rückfällen begleitet.>>
Ich weiß, das Thema SVV ist kein einfaches und geht völlig an die Substanz, vor allem bei Freunden und Angehörigen, trotzdem war es mir sehr wichtig auch mal über dieses schwierige Thema etwas ausführlicher zu schreiben, auch wenn mir dies nicht leicht gefallen ist. Ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich überhaupt darüber schreiben soll und wenn, wie ich den Text aufbaue und gestalte. Es ist auch für mich kein leichtes Thema über das zu sprechen/schreiben, für mich einfach ist, deshalb oben auch die Triggerwarnung>
Jedoch gehört es zu mir, genau wie die Narben auf meinen Armen, die nie wieder vollkommen weggehen werden, auch wenn sie mittlerweile zum Glück schon sehr verblasst sind.
Es war für eine lange Zeit ein Überlebensmechanismus und auch eine Hilfe, um mit mir und meinem Leben klar zu kommen, um meine Gefühle auszuhalten und eine gewisse Impulskontrolle zu haben, so krass sich das jetzt auch anhört und auch war.
Allerdings versuche ich sie mittlerweile als eine Art Mahnung oder Erinnerung zu sehen, an etwas, wo ich nie wieder hin will und was ich mir nie wieder antun möchte. Sie stehen aber auch für den langen Weg, welchen ich hinter mir habe, was ich alles verändert und wo ich mittlerweile stehe.
Ich hoffe sehr mit meinem Text ein bisschen Aufklärung und Verständnis für Betroffene geschaffen zu haben oder das dieses Thema überhaupt mal wahrgenommen wird und in den Fokus rückt. Über SVV existieren so viele Vorurteile und seidenes Halbwissen, die Betroffenen werden so schnell abgestempelt und stigmatisiert, wie bei wenigen anderen Auswirkungen von psychischen Erkrankungen.
Ich habe die Hoffnung, dass über psychische Erkrankungen zu reden oder davon betroffen zu sein, so normal wird wie ein Beinbruch, Krebs oder jede andere Krankheit!

Sonntag: (13.12.2020)

Eigentlich wollte ich heute an meinem Winterprojekt weiter arbeiten, nachdem ich aber mal die Garage verlassen hatte, um mir einen Kaffee zu kochen und dann den tollen Sonnenschein gesehen habe, räumte ich schnell das Werkzeug weg und packte lieber meine Fahrradsachen zusammen. Mein MTB hatte ich gestern schon geputzt, um den ganzen Schlamm runter zu bekommen und das sauber machen meiner Fahrradklamotten hat freundlicherweise meine Waschmaschine übernommen.
Auch einen schönen Track hatte ich noch in petto, davon habe ich eine schier unerschöpfliche Auswahl auf meinem Laptop, denn es gibt noch soviel zu entdecken und das in einem Umkreis von 30 Kilometern, dabei sollte man doch meinen, ich hätte schon so ziemlich alles abgegrast.
Ich bin jedes mal selber völlig erstaunt und überrascht, dass sich immer noch ein mir unbekanntes Tal finden lässt oder neue Verbindungen zwischen diesen. Irgendwo an der Mosel zwei Kilometer den Berg hoch gefahren oder in eins der vielen Seitentäler und mir kommt es so vor, als befände ich mich in einer völlig anderen Welt. Vor allem habe ich jedes mal das Gefühl, ich bin hunderte Kilometer von der Zivilisation entfernt, völlig alleine inmitten von ursprünglicher und wilder Natur. Gerade die Täler heute waren von steilen und hohen Hängen umgeben, als befände man sich in einer Schlucht. Wieder ein paar Kilometer weiter, den nächsten Anstieg hoch gestrampelt, erhält man tolle Ausblicke auf die nächsten Täler oder auf noch höhere Anstiege, welche den nächsten Berg hinauf gehen.
Am liebsten würde ich immer weiter fahren, ein Berg rauf, ins nächste Tal runter und immer dem Horizont entgegen. Gerade wenn man längs zu Mosel fährt, kann man dieses Erlebnis haben, bis die Beine völlig platt sind. Dieses Spiel kann man dann auch noch auf beiden Seiten der Mosel betreiben, sowohl der Eifel- wie der Hunsrückseite.
Es ist schon eine traumhafte Gegend hier, die auch im Winter seinen Reiz hat, vor allem, weil dann keinerlei Touristen hier sind und zur Zeit durch den Lockdown sowieso nicht. Auch die Temperaturen rund um die Mosel sind immer ein paar Grad wärmer wie in der Eifel und selbst im Winter gut zum Radfahren geeignet.

Das Einzige was den Tag heute getrübt hat, es war kein Kuchen und Kaffee aufzutreiben, denn selbst die paar Bäckereien und Cafés, welche im Winter an einem Sonntag sonst aufhaben, sind wegen den Corona Bestimmungen geschlossen. Dafür gab es stellenweise tollen Sonnenschein und blauen Himmel!
Das hat mich auch wieder mit dem gestrigen trüben und lausigen Wintertag versöhnt, wobei es mir zum Schluss doch ganz schön kalt wurde, bei der Abfahrt durch das Ellerbachtal
Wünsche euch noch ein schönen Sonntag und 3. Advent, für mich beginnt Morgen die letzte Arbeitswoche für dieses Jahr und dann habe ich zwei Wochen Urlaub. Dreimal dürft ihr raten, was ich mir für diesen überlegt habe? Wie die letzten Jahre wird es ein alternatives Fahrrad Weihnachten geben und lasst euch überraschen was ich vor habe!

PS: Ich bin ziemlich baff, über die vielen Kommentare und Nachrichten, welche es gestern auf meinen Beitrag zum Thema SVV gab. Alle auch sehr positiv, worüber ich mich sehr gefreut habe, wo ich ziemlich Bammel davor hatte, dieses Thema “anzuschneiden”. Vielen Dank dafür!

„Es ist das, was du daraus machst“

2 Comments

  • Wolfgang

    Hallo Holger,
    ich muss sagen, ich kann das alles gut nachvollziehen. Ob ich alles verstehen kann, daran zweifle ich. Denn ich merke auch bei mir ständig, wie sich meine Ummelt, meine Mitmenschen, Freunde und Familie bemühen, mich zu verstehen, doch es gelingt nur selten. Böse bin ich ihnen deshalb nicht, weil ich mich ja selbst kaum verstehen kann.
    Ein Beispiel,
    Vorgestern war bei uns tolles Wetter und ich war mit dem Hund raus. Danach wollte ich eine runde mit dem Mountainbike drehen. Zu Hause angekommen trommelten 1000 Fragen durch mein Kopf. Welche Hose ziehst du an, welches Trikot wärmt dich am besten. Schal und Mütze unter dem Helm, ja oder nein. Trinkflaschen MUSST du mitnehmen. Allein dieses machen müssten war mir schon fast zu viel. Und wo fährst du am besten lang. Es ist matschig im Wald – soll ich überhaupt fahren usw, usw. usw….
    Letzlich sind es knapp 60 km geworden und danach war ich zufrieden mit mir und froh, dass ich das doch gemacht habe. Seltsamer weise war nach 2 Min. auf dem Fahrrad alles verschwunden. Doch der Weg dort hin ist unendlich lang. jedenfalls kommt es mir so vor.
    Und das ist ja nicht nur beim Radfahen so, wem erzähle ich das. Immer und überall Fragen über Fragen. Ob nützlich oder unnütz, egal, sie zermürben machen träge, müde, ängstlich, führen zu Stimmungsschwankungen und am liebsten würde man sich verkriechen oder weg laufen. Bei mir eher letzteres. Manchmal habe ich das Gefühl, mein ganzes Leben besteht aus Flucht.

    Und wenn ich frage, wie es dir geht, dann will ich niemand kontrollieren oder dich zwingen. Wenn du dann schweigst, ist das Aussage genug. Und vor allem, es ist von mir ehrlich und aufrichtig gemeint, denn ich weiß genau was es bedeutet, mal einige Stunden Glück und Zufriedenheit erleben zu dürfen. Wie schön wenn man sich dann mitteilen kann und es Menschen gibt, die das ganze nachvollziehen können.

    Das nächste Frühjahr wartet schon auf uns, das baut mich immer wieder auf und im Geiste fahre ich schon durch lichtes Grün und trockene Waldböden. Den angenehmen Geruch in der Nase und die wärmende Frühlingssolle auf dem Rücken. Darauf freue ich mich wie ein kleines Kind auf Weihnachten.

    Freundlichst Wolfgang

    • Holger Loosen

      Das mit den vielen Fragen oder besser gesagt Zweifeln kenne ich nur zu gut, auch das, wenn ich dann unterwegs bin, eine Sache in die Hand genommen habe und mich dem stelle, alles wie weggeflogen ist und ich nicht wirklich verstehen kann, warum ich mir vorher über alles einen Kopf gemacht habe.
      Mir hilft da Planung und Struktur, vor allem aktiv werden ist wichtig und nicht passiv verharren. Mittlerweile weiß ich aber auch sehr oft, dass ich mir und meinen Fähigkeiten vertrauen kann und weiß meine Ressourcen einzusetzen. Dies war viel Übung und ausprobieren.
      Allerdings finde ich auch ein wenig blinden Aktionismus wesentlich besser, anstatt wie das Kaninchen vor der Schlange zu sitzen.

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