Übernachten im höchsten Bett Deutschlands (links des Rheins)

Freitag: (24.04.2020)

Diese Nacht schlafe ich in dem höchsten Bett Deutschlands links des Rheins! Aber mal von Anfang an:
An diesem Wochenende waren eigentlich “nur” Tagestouren angesagt, da ich zur Zeit sehr mit meiner Internetseite und meinen Fahrradprojekten beschäftigt bin. Schaut euch einfach mal die Veränderungen auf der Seite des Eifel Gravellers an.
Allerdings ein Wochenende ohne einen Overnighter, ist so wie alkoholfreies Bier, es fehlt einfach etwas. Da ich mittlerweile mein Fahrrad in einer viertel Stunde reisefertig habe, nicht lange rumgemacht und Abfahrt. Ihr wisst ja: “Machen ist wie wollen, nur krasser!”
Meine Tour zum Erbeskopf am letzten Wochenende hat mich ziemlich angefixt was Hunsrück angeht. Von Koblenz bis zum Idarkopf und zwischen Rhein und Mosel kannte ich den Hunsrück wie meine Westentasche. Aber hinter Morbach war ich eigentlich nie mit dem Rad, höchstens mit dem Auto über die A61.
Deshalb hatte ich am letzten Sonntag Abend schon eine Route (140 km, 2400 hm) erstellt, welche mich durch ziemlich viele Hunsrückberge führt und allerlei Highlights mit einschließt. Auf dem Idarkopfturm war ich und musste feststellen das dieser leider wegen Einsturzgefahr nach einem Brand geschlossen ist. Am Limes kam ich vorbei und konnte auch ein Stück über eine alte römische Straße fahren, allerdings ist Lochplatte dagegen feiner Belag. Auch Spuren der Kelten gab es zu entdecken und allerlei Türme und Burgen.
Natürlich habe ich diese Tour direkt so gebaut, dass sie sich nahtlos in das Wegenetz des Eifel Gravellers einfügt und dieses immer weiter wächst.
Da ich leider gestern “Climb the Eifeltowers” absagen musste und daraus eine Ein-Mann-Challenge für mich gemacht habe, mit dem Motto: “Climb all Eifeltowers”, bin ich für den EG20 eine Alternative am entwickeln. Ich gehe nicht davon aus, dass bis Juli Veranstaltungen und Treffen wieder möglich sind und ich den EG20, so wie angekündigt durchführen kann.
Wobei, wenn ich ganz ehrlich bin, gefällt mir meine neue Idee, fast noch besser, wie der eigentlich geplante Ablauf!
All zuviel will ich aber noch nicht verraten, es ist ja noch ein bißchen Zeit, ich will noch schauen und abwarten wie sich alles entwickelt.
Es wird aber eine Alternative geben und darauf kommt es an! Versuchen das Beste aus einer Situation zu machen oder vielleicht sogar noch etwas besseres zu kreieren, nicht den Kopf in den Sand stecken, zu resignieren und etwas hinterher jammern, was einfach im Moment nicht möglich ist, dass ist der Weg.
Wunden lecken, den Helm gerade richten und wieder aufstehen!
Radikale Akzeptanz nennt man das! Es ist das Gegenteil von Wollen, gegen Windmühlen anzukämpfen, um etwas verändern zu wollen, egal ob real oder gedanklich, was sich aber nicht ändern lässt (Punkt).
Mit was-wäre-wenn und hätte hätte Fahrradkette, habe ich viel zu lange meine Zeit und mein Leben verbracht. Aus Angst etwas falsch zu machen und deshalb gar nichts zu unternehmen oder zu ändern, ist nicht der richtige Weg. Wer sich einlässt, sich etwas traut, riskiert und verändern will, bei dem besteht auch immer die Gefahr zu scheitern oder am Ende wieder am gleichen Punkt zu stehen. Aber ohne den ersten Schritt, welcher der Schwerste ist, wird es keine Entwicklung und Veränderung geben.
Solche Dinge wie die Coronakrise und ihre Folgen “einfach” versuchen, radikal zu akzeptieren, ist das Erfahren und Erleben dessen, wie es gerade eben ist, inklusive der eigenen Reaktionen und Auswirkungen dadurch.
Diese Haltung ist hilfreich, wenn wir vor einem Problem stehen, das eben nicht zu lösen ist, eine Situation die eben nicht veränderbar ist!
Die Umstände und Zustände zu akzeptieren, ist die Voraussetzung, die damit verbundene Enttäuschung und den Schmerz zu überwinden.
Gerade für Personen wie mich, welche zu impulsiven und emotionalen Reaktionen neigen und sich gedanklich echt verlaufen können, ist es ein guter Weg unangenehme Ereignisse und Gefühle zu ertragen, solange sich die Umstände nicht verändern lassen oder einfach mal wieder “handlungsfähig” zu werden, um sich dann eine Alternative zu überlegen.
Ist ein Track nicht fahrbar, nimm einen anderen und wenn es gar nicht anders geht, fahre ein Stück zurück. Wobei Rückwärts eigentlich keine Richtung ist.

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Limesturm Ausoniusstraße
Idarkopfturm
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Samstag: (25.04.2020)

Eine wunderbare Nacht, unter sternenklarem Himmel, im höchstens Bett Deutschlands, links des Rhein verbracht. Am Morgen bin ich von der aufgehenden Sonne geweckt worden und hab mein Frühstück, mit traumhaften Weitblick über den Hunsrück, auf dem Erbeskopfturm eingenommen. Ein Erlebnis, welches mich wieder sehr gegrounded hat, mich demütigt hat werden lassen und mir vor Augen geführt hat, wie klein der Mensch verglichen mit der Weite und Größe der Natur ist!
Allerdings war es mit Temperaturen um den Gefrierpunkt und kaltem Ostwind auch eine äußerst kalte Erfahrung. Vor allem auf der anschließend 10 km Abfahrt nach Morbach war es gar nicht so einfach, mit völlig tauben Fingern, selbst bei hydraulischen Scheibenbremsen, dass Fahrrad zum Stehen zu bekommen. Aber in Morbach gab es Kaffee, Brötchen und ein Teilchen, dafür ertrage ich fast alles!
Auf dem Weg Richtung Mosel, lag noch das Schloss Veldenz, welches leider wegen der Corona Krise geschlossen war.
Nachdem ich die Mosel überquert hatte, war ich wieder in meiner geliebten Eifel und bin ab Wittlich dem Jakobsweg bis nach Lutzerath gefolgt. Dort habe ich mir nochmal dem Weg zur Achterhöhe angeschaut, gehört diese doch zur “Climb all Eifeltowers” Challenge, welcher ich mich in 2 Wochen stellen will, da ich den eigentlichen Event wegen der Coronakrise absagen musste.
Es gibt aber Vorteile durch die Coronakrise beim Bikepacken und speziell beim Einkaufen. Vor fast jedem Geschäft steht ein Security Mitarbeiter und wenn man freundlich fragt, hat er ein Auge auf mein Fahrrad hat. Damit hören die Vorteile beim Einkaufen aber auch schon auf:
Ich will jetzt auch gar nicht damit anfangen, dass ich einen Einkaufswagen benutzen musste, um eine 0,5 l Wasserflasche zum Automaten zu bringen, um mein Pfand zurück zu bekommen. Das dieser Wagen nicht desinfiziert war, ich mit einem leeren Einkaufswagen an die Kasse kam und nur den Pfandbon in der Hand hatte, muss ich nicht wirklich verstehen. Beim nächsten Einkauf habe ich Flasche einfach an den Automaten gestellt und ich hoffe jemand hat sich über die 25 Cent gefreut.
Was mich aber wirklich beschäftigt ist, wenn ich sehe was die Leute auf das Kassenband laden. Da stand ein Mann vor mir, mit Einweghandschuhen & Mundschutz und hat 10 Packungen Zigaretten gekauft, da habe ich mich gefragt, was ihn wohl zuerst umbringt. Allerdings ist mir direkt eine Idee, für eine Rauchermundschutzmaske gekommen, diese hat ein so ein kleines Gummiventil in der Mitte, wo man die Zigarette durchstecken kann, dann ist es möglich mit Mundschutz zu rauchen.
Auch was alles an verstecktem Zucker, Salz, Fett und schlechten Kohlenhydraten gekauft und konsumiert wird, ist der Wahnsinn.
Gerade Zucker ist das neue Rauchen und ist für Übergewicht, Diabetes Typ 2 und viele andere Erkrankungen verantwortlich. Die letzte Woche habe ich auf Arte noch einen Bericht zum Thema Adipositas in Amerika, gerade unter den armen Bevölkerungsschichten gesehen. Die werden Regelrecht von der Zucker- & Limonaden Industrie umgebracht. Und die ganze Branche schwört einen “Meineid” nach dem anderen, genau wie damals die Tabakkonzerne.
Oder zuviel Salz bringt Millionen von Menschen in Europa um, gerade für Menschen, welche sowieso schon Herz Kreislaufprobleme haben, ist es das pure Gift.
Und gerade in diesem ganzen fertigen und industriell erzeugten Lebensmitteln sind Unmengen an Salz und Zucker Unmengen, von den ganzen A’s & E’s mal abgesehen, wo auch noch keiner weiß, was die auf Dauer in unserem Körper anrichten.
Von dem Thema Fett will ich gar nicht anfangen, wobei man da sehr nach guten und schlechten Fetten unterscheiden muss, auch solche Themen wie Palmfett und so weiter, sind sehr interessant, wenn es um das Thema Ernährung und Fett geht.
Aber weiter will ich gar nicht auf dem ganzen Thema Ernährungs- und Einkaufsverhalten herumreiten, dass würde völlig den Rahmen sprengen und über jedes Thema gibt es hunderte Büche und tausende Webseiten.
Und vielleicht sollte gerade ich meinen Mund halten über Ernährung- und Essverhalten, da ich auch nicht unbedingt zu dem Kreis der unbefangenen Normalesser gezählt werden kann. Den gerade dieses Thema ist meine persönliche Nemesis und etwas, was mich wohl immer mal mehr oder weniger begleiten wird!
Auf der anderen Seite habe ich gerade deswegen eine “ganz besondere” Sicht auf diese Themen, bin bei vielen Aspekten, was das Thema Ernährung angeht, sehr sensibilisiert und geschult. Es gehört aber auch zu den schwersten und schwärzesten Kapiteln in meinem Leben!
Aber auch da ist Veränderung & Gesundung möglich, denn auf das Endergebnis kommt es letzten Endes an, auch wenn es ein langer und steiniger Weg ist/war.
Ich hoffe sehr, so läuft das auch mit der Coronakrise. Sie lässt jeden einzelnen von uns, die Gesellschaft, unser Wirtschaftssystem, verändert, gestärkt und vielleicht ein bisschen erneuert daraus hervorkommen!

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Achterhöhe
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Schloß Veldenz
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Anmerkung 2020-04-25 193820

„Es ist das, was du daraus machst“

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