Zu Besuch beim Schmutzigen Eber!

Samstag: (04.09.2021)

An diesem Wochenende ging es schon wieder in die Ardennen, bei völlig konträren Wetterbedingungen gegenüber der letzten Woche, wo ich dort fast ertrunken wäre. Es gab endlich mal Sonne, Sonne und noch mehr Sonne!
Darüber hinaus war mein Ziel der Dirty Boar, welcher wohl das größte ein Tages Gravelevent in Belgien darstellt. Beim schmutzigen Eber geht es über 170 Kilometer und 2500 Höhenmeter durch die Ardennen und die Eifel. Der Track ist traumhaft schön, wobei die Veranstalter auch hier viel am Track ändern mussten wegen des schrecklichen Unwetters im Juli. Auch hier gab es an vielen Stellen tiefe Furchen auf den Wegen, die Erde wurde weggeschwemmt und es blieb nur noch Steinwüste übrig.

Fast alle Teile des Tracks, bin ich bei einer meiner anderen Touren schon gefahren, vor allem die Anstiege, von denen es reichlich gab. Es ging durch meinen geliebten Hürtgenwald und mit dem Lac de Gilleppe, der Kalltalsperre und der Wesertalsperre gab es reichlich Stauseen zu bewundern. An letzterem ereilte mich schon 20 Kilometer nach dem Start ein Plattfuß. Dies war der Erste für dieses Jahr mit meinem Mountainbike, natürlich musste dies bei einem Event geschehen.

Die ganze Aktion hat mich 20 Minuten gekostet, wo es ansonsten lief wie geschnitten Brot! Für die Strecke benötigte ich 8,25 Stunden und fuhr fast einen 23iger Schnitt. Das lässt hoffen für den Grelly Cycling 100, wo ich in drei Wochen starten und noch mal schauen möchte was geht. Einmal im Jahr kann man es ruhig mal krachen lassen!
Dort ist der Track und die Wege ähnlich, wie beim Dirty Boar und es geht auch durch die Ardennen. Deshalb stellte der Dirty Boar ein gutes Training dar. Einzig die Strecke, welche ich beim GG100 zurücklegen muss, beträgt das Vierfache, wobei eigentlich nur das Wetter entscheidend ist.
Der Dirty Boar ist auch ansonsten sehr zu empfehlen, toll organisiert, mit viel Liebe zum Details und recht familiär. Dabei waren dort rund 400 Teilnehmer am Start, mir eigentlich viel zu viele Menschen, allerdings durch den gestaffelten Start, war alles sehr entspannt. Vor allem, weil ich schon ewig bei keinem Event mehr gestartet bin und mein letztes Tagesevent war der Botreycat vor 1 ½ Jahren. Bei 170 Kilometer zog sich das Fahrerfeld auch recht flott auseinander und nur an den 3 Verpflegungsständen fanden sich wieder Gruppen zusammen. Die Verpflegung war auch sehr gut und reichlich. Vor allem am letzten Stand, dort gab es Pasta und Kaffee, zwar eine komische Kombination aber zum Radfahren ein Traum!

Vor allem war es schön viele bekannte Gesichter zu treffen und neue Fahrrad verrückte Menschen kennenzulernen. Es herrschte eine sehr entspannte Atmosphäre, wie bei diesen Events üblich und es war mir ein Genuss. Außerdem eine gute Gelegenheit, ein bisschen Werbung für den Eifel Graveller zu betreiben, da ich auch mal meine Karten nicht vergessen hatte.
Gekrönt wurde das Wochenende mit einer Übernachtung im Bus auf dem höchsten Berg Belgiens, dem Signal de Betronge. Der Sonnenaufgang am Morgen, für den ich extra aufgestanden bin, war unbeschreiblich. Diese Stille und Weite, in den Tälern lag noch Nebel und Tau auf den Gräsern. Die Sonne tauchte alles in Rot und Gelb, als ob das Hohe Venn am Brennen wäre. Super schön!
Die ganze Woche lief schon ziemlich gut bei mir. Alles in allem habe ich mich Emotional ein bisschen gefangen. Mein Auf und Ab’s waren wesentlich weniger, vor allem meine Antriebslosigkeit und Depressivität haben nachgelassen. Meine düsteren Gedanken haben sich wieder ein wenig verflüchtigt, dafür ist Freude auf und an Dingen zurückgekehrt. Ich muss mich auch nicht mehr so zu allem so quälen und überwinden. Auch mein Angst- und Anspannunglevel ist wieder weit unten. Gerade diesen beiden haben mir schwer zu schaffen gemacht in der letzten Zeit. So eine depressive Phase benötigt leider seine Zeit und vor allem Geduld, bis sie wieder abklingt. Durchhalten und vor das Wissen, dass es auch wieder andere Zeiten geben wird, helfen mir dann sehr. Vor allem langsamer machen und wenn es nicht anderes geht, auch mal was liegen lassen. Vor allem geduldig mit sich sein und in Nachsicht gegenüber der eigenen Person üben. Bei anderen Menschen gelingt uns dies oft wesentlich leichter, wie bei einem selbst. Da denkt man immer, es ist nicht so schlimm, stell dich nicht so an und beiße dich durch. Eigentlich völliger Unsinn und keine gute Strategie. Es ist vor allem keine schöne Erkenntnis, sich schwach zu fühlen, mit allem überfordert und alles ist einem am Entgleiten. Vor allem, wenn man so ein Kontrollfreak ist, wie ich, was die eigene Person und den Körper betrifft.

Mir hat auch viel die Beschäftigung mit Climb the/all Eifeltowers gutgetan, wo es galt einiges an Arbeit und Kreativität zu investieren. Dabei ist das Ergebnis für mich völlig zweitrangig, ob viele Teilnehmer kommen oder nicht, es hat mir einen riesen Spaß gemacht und ist eine schöne Idee. Denn darum geht es, Herzblut in eine Sache hineinzustecken, für etwas brennen und einfach machen. Ihr wisst ja: „Machen ist wie wollen, nur krasser!“
Vor allem immer weitermachen, auch wenn es nur kleine Schritte sind oder manchmal so scheint, als ginge es überhaupt nicht vorwärts. Dies stimmt oft gar nicht, das kommt oft nur einem selber so vor, weil man 24/7 mit sich beschäftigt ist und immer live dabei. Da hilft oft eine objektive Meinung von außen oder eine neue Begegnung können da sehr viele Erkenntnisse bringen.
Vor allem ist es wichtig, solche Wochenenden zu genießen und abzuspeichern. Sie auf die positive Erinnerungsliste zu setzen, um sie immer wieder abzurufen.
Hoffe, ihr nutzt und genießt noch das schöne Sonntagswetter und ich wünsche euch einen guten Start in die neue Woche.

„Es ist das, was du daraus machst“

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